REISE KNOW-HOW Verlag H. Hermann · Reiseführer für individuelles Reisen  

Namibia

 REISE KNOW-HOW Verlag H. Hermann · Reiseführer für individuelles Reisen
Namibia

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl: 2,2 Mio.
Bevölkerungsdichte: 2,54 pro km²
Fläche: 825 615 km²
Hauptstadt: Windhoek
Staatsform: Mischform aus präsidialem und parlamentarischem System
Hauptsprachen: Englisch, Afrikaans, Oshivambo, Herero, Damara/Nama, Deutsch, RukWangali, Setswana, Silozi – etwa 20 000 Namibier sprechen deutsch als Muttersprache
Währung: Namibia-Dollar – N$ (an den südafrikanischen Rand ZAR mit einem Kurs von 1:1 fest gebunden)
Nationalfeiertag: Heroe’s Day (26. August)
Ankünfte/Touristen: ca. 1 Mio./Jahr
Flugdauer: 8000 km ≈ 10 Std.
Entfernung über Land: 12 000 km
Straßennetz: 45 400 km, davon 15% mit Asphaltbelag
Schutzgebiete: 140 000 km² (17 % der Landeisfläche
Höchste Temperatur: 50 °C (Namib)
Anzahl der Elefanten: ca. 16 000
Edelsteine: 95% der namibischen Diamanten besitzen Schmuckqualität
Städte: 38 urbane Siedlungen mit Einwohnerzahlen von 600 (Nkurenkuru) bis 325 000 (Windhoek)
Urbevölkerung: San (ca. 40 000))

Natur

Goldgelbe Dünen bei Sossusvlei, himmelhohe Felswände im Fish River Canyon, tosende Kaskaden bei Epupa, Bagani und Ruacana, wilde Küsten und Hochebenen, schroffe Gebirge und weite Täler, Wüsten und Halbwüsten, Savannen und Regenwälder – vielfältiger kann sich ein Land nicht zeigen.

Pflanzen
Talerbusch, Köcherbaum, Welwitschia, Buschmannkerze und Nara-Melone – so exotisch ist die Flora. Die Halbwüsten tragen ein reiches Pflanzenkleid, das nicht unbedingt augenfällig ist, aber wer sich auf Reise begibt, hat viel zu entdecken.

Welterbe
Die Felsgravuren von Twyfelfontein sind als Weltkulturerbe, die Wüste „Namib Sand Sea“ als Weltnaturerbe geschützt.

Tiere

Die Wüste ist der Lebensraum unzähliger Käfer, Spinnen, Schlangen und Skorpionen, die die unterschiedlichsten Formen der Anpassung an ihren ariden Lebensraum vollzogen haben. Über 160 Spinnenarten werden gezählt. Löffelhunde, Schabrackenschakale und Hyänen suchen sich ihre Beute, Wüstenelefanten ziehen durch ausgetrocknete Täler, große Springbokherden weiden auf Ebenen, Giraffen verstecken sich hinter Bäumen, Oryx-Antilopen suchen auf hohen Dünen Kühlungswind, Löwen lauern an Wasserlöchern, pfeilschnelle Geparden jagen eine Antilope, Krokodile dösen im Uferschlamm, Flusspferde röhren durch die Nacht, Zebras eilen gemeinsam mit Gnus dem Sonnenuntergang entgegen, und die Elefanten des Nordens schlagen breite Breschen in die Wälder. Die Tierwelt Namibias ist wie ein Film, in dem sich alle Vertreter der afrikanischen Fauna versammelt haben.

Essen

Fleisch, Fleisch, Fleisch. Die Namibier lieben es – zurecht. Die Qualität ist hervorragend und nicht zu vergleichen mit den Produkten Mitteleuropas. Würzige Kräuter und ständige Bewegung der Tiere sorgen für besten Geschmack, sei es Rind, Oryx, Kudu oder Springbok. Besonders köstlich ist als Biltong, dem gewürzten Trockenfleisch. An der Küste gibt es Fisch bis zum Umfallen, Krustentiere und die besten Austern der Welt. Wer Exotischeres bevorzugt bestellt Mopanewürmer frittiert, oder (eine besondere Delikatesse) auf einem Termitenhügel gewachsene Pilze.

Reinheitsgebot
Das Bier in Namibia wird seit jeher nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut und im gesamten südlichen Afrika ausgesprochen gerne getrunken.

Reisezeit

Die ideale Reisezeit ist der namibische Herbst von März/April bis Juni/Juli. Es ist tagsüber nicht zu heiß, nachts nicht zu kalt, das Baden in den Swimmingpools ein Vergnügen, es sind nicht zu viele Menschen unterwegs, die Luft ist klar, der Himmel strahlend blau, und wenn die Regenzeit nicht zu stark war, beginnen die Tiere, zu den Wasserstellen zu kommen. Namibische Hauptferienzeiten sind vier Wochen von Ende April bis Ende Mai, zwei Wochen Ende August und sechs Wochen von Anfang Dezember bis Mitte Januar. Dann sind auch viele Südafrikaner unterwegs.

Religion

Namibia ist ein säkularer Staat; der protestantische Glaube ist mit etwa 50% am stärksten vertreten, da die Missionare der Kolonialzeit vornehmlich Protestanten waren; etwa 15% der Einwohner sind katholisch; traditionelle Glaubensvorstellungen, insbesondere der Ahnenkult, sind überall noch stark verankert.

Links


Fremdenverkehrsamt: www.namibiatourism.com.na
Deutsche Botschaft: www.windhuk.diplo.de
Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de
Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Deutsch-Namibische Gesellschaft: www.dngev.de
Allgemeine Zeitung/Windhoek: www.az.com.na
Unterkünfte in den Schutzgebieten: www.nwr.com.na

Dos und Dont's

Auf übertriebene Etikette wie auch auf elegante Kleidung wird in Namibia kaum Wert gelegt. Der Umgang auf den Gästefarmen und Lodges ist leger. Bei Gesprächen ist es oft besser, brisante Themen wie Jagd und Tierschutz, die koloniale Vergangenheit oder die immer noch nicht gelöste Landfrage zu meiden oder sich zumindest zurückhaltend dazu zu äußern. Die einheimischen weißen Namibier sehen die Probleme ihres Landes naturgemäß anders als Fremde aus „Übersee“ und empfinden kritische Äußerungen auch mal als besserwisserisch.

Obwohl über 90% der Bevölkerung schwarz oder farbig sind, haben Namibia-Reisende kaum persönlichen Kontakt zu dieser Mehrheit. Die Tourismusbranche ist noch fest in weißen Händen. Auf den Gästefarmen begegnet man Schwarzen fast nur als Dienstboten, Fahrern oder Wildhütern. Höflichkeit und Respekt sollten den Angestellten gegenüber selbstverständlich sein. Ein direktes Trinkgeld wird nicht erwartet, man wirft es in eine Tip-Box, deren Inhalt dann unter allen Beschäftigten des Betriebs aufgeteilt wird.

Bei Besuchen traditioneller Siedlungen, z.B. der Damara, Himba oder San sollten Sie unbedingt einen Führer dabeihaben, der darauf achtet, dass nicht unwissentlich religiöse oder soziale Tabus verletzt werden.Tabu ist das Off-road-Fahren. In den Wüstenregionen bleiben Fahrspuren 30 Jahre und länger sichtbar. Was aber weit schlimmer ist: der hochsensible Algen- und Pilzbewuchs der Steine wird vollständig zerstört und regeneriert sich nicht mehr. Auch sonst ist es durchaus angebracht, nicht querfeldein zu brettern. Immer sollte die Regel gelten, die Natur so zu verlassen, wie man sie vorgefunden hat, so dass auch der Nachkommende in den Genuss unberührter Landschaften kommt.

Wasser ist kostbar. Namibia leidet immer wieder an starkem Wassermangel. Im Hotel sollte man eine kurze Dusche deshalb einem Vollbad vorziehen, die Handtücher müssen nicht nach jedem Abtrocknen in die Schmutzwäsche und beim Zähneputzen und Rasieren kann man den Wasserhahn schließen.

Weitere Informationen zum reisen und entdecken …


© Alle Texte aus Namibia Reisebuch und Namibia kompakt von Friedrich Köthe und Daniela Schetar
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